Of em Chopf

Lebendiges Brauchtum

Die Schönheit und Einzigartigkeit der Appenzeller Silvesterchläuse

Das Silvesterchlausen – der bekannteste Brauch des Appenzellerlandes! Alljährlich am 31. Dezember und 13. Januar, dem Neuen und Alten Silvester, ziehen die Silvesterchläuse von Hof zu Hof und wünschen den Bewohnern „e guets Neus“. Am lebendigsten ist der Brauch im Appenzeller Hinterland, insbesondere in Urnäsch. Gechlaust wird auch in Teilen des Mittellandes.

Die Ausstellung „Of em Chopf“ legt ihren Schwerpunkt auf den kunstvollsten Aspekt des Silvesterchlausens, auf die reich dekorierten Hauben und Hüte der „Schöne“. Das Appenzeller Volkskunde-Museum zeigt den kompletten Kopfschmuck von fünf Schuppeln, hergestellt von den bekannten Haubenmachern Bruno Räss, Gossau, und Kurt Hauser, Schwellbrunn. Räss ist der eigentliche Hauben- und Hutmacher. Hauser schnitzt aus Arvenholz alle Figuren der Sujets. Seit 30 Jahren stellen die beiden Freunde Hauben und Hüte her. Zehn Gruppen haben sie schon gefertigt, von denen fünf noch in Gebrauch sind.

Kenner des Silvesterchlausens sind sich einig: Exaktheit und Detailtreue der Werke von Bruno Räss und Kurt Hauser sind schwer zu kopieren. Ohne die Leistung anderer Haubenmacher zu schmälern: Die Hauben und Hüte des Duos Räss / Hauser mit ihren Rundungen und Symmetrien und den lebensechten Holzminiaturen sind etwas vom schönsten, was es aktuell auf den Köpfen hiesiger Silvesterchläuse zu bewundern gibt!

Erstmals sind die Werke dieser beiden Haubenmacher öffentlich für längere Zeit ausgestellt; bislang waren sie jeweils „nur“ an den Silvestern zu sehen. Das Volkskunde-Museum ist überzeugt: Diese schönen Hauben und Hüte verdienen es, gezeigt und in Ruhe bewundert zu werden. Damit soll die Leistung zweier Kunsthandwerker gewürdigt werden, welche – bei der ihnen eigenen Bescheidenheit – zeitlose Kunstwerke erschaffen haben.

Als Ergänzung dazu zeigt das Museum Bilder der Hundwiler Bauernmalerin Silvia Knöpfel sowie Fotografien von Theo Nef zum Thema Silvesterchlausen. Nef (1930–2007), gebürtiger Steiner und bekannter Hobbyornithologe, fotografierte die Chläuse von den 1930er- bis in die 1990er-Jahre; seine Fotos, erst kürzlich in einem Nachlass wiederentdeckt, sind hier erstmals öffentlich ausgestellt.

Begleitveranstaltungen

  • 07.12.2013, 13.00 -15.00 Uhr - "Vom Holzklotz zur geschnitzten Figur" - Senntums-Schnitzer Kurt Hauser gibt Einblick in sein Hobby (Museumseintritt)
  • 15.12.2013, 10.30 Uhr - "Walter Frick: Aus dem Schatztröckli eines Silvesterchlauses" - Führung durch die Sonderausstellung (Museumseintritt)
  • 31.12.2013, 9.45 - ca. 12.30 Uhr- "Die Chläuse hautnah erleben" - Auf den Spuren der Steiner Silvesterchläuse (Museumseintritt)
  • 18.01.2014, 16.30 Uhr - "Walter Frick: Aus dem Schatztröckli eines Silvesterchlauses" - Führung durch die Sonderausstellung (Museumseintritt)
  • 16.02.2014, 11.00 - 13.00 Uhr - "Vom Holzklotz zur geschnitzten Figur" - Senntums-Schnitzer Kurt Hauser gibt Einblick in sein Hobby